Ein Kniegelenk speziell für Frauen

Das Marienkrankenhaus Kaiserswerth setzt neue Maßstäbe für Patientinnen

Männer und Frauen sind in vielerlei Hinsicht verschieden. Selbst bei der Anatomie des Kniegelenks gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Als erstes Krankenhaus in Düsseldorf können im Marienkrankenhaus in Kaiserswerth Patientinnen, die ein künstliches Kniegelenk benötigen, seit Neuestem ein speziell an die weibliche Anatomie angepasstes Implantat erhalten. Das speziell für Frauen entwickelte Knie berücksichtigt die wichtigsten anatomischen Unterschiede und soll so für einen verbesserten Sitz sorgen. In der Orthopädie Kaiserswerth geht man davon aus, dass die Nachfrage dieser besonderen Prothese in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Mehr als zwei Drittel der Patienten, die ein künstliches Kniegelenk erhalten, sind Frauen. Da die Maße herkömmlicher Knieimplantate hauptsächlich auf Daten der männlichen Anatomie beruhen, versuchte man bisher, die anatomischen Besonderheiten des weiblichen Knies durch kleinere Implantatgrößen zu berücksichtigen. „Wie wissenschaftliche Studien zeigen, ist bei einem Knieimplantat aber nicht nur die Größe entscheidend – denn Frauen sind keine kleinen Männer“, erklärt PD Dr. med. Reinhard Steffen, Chefarzt der Orthopädie am Marienkrankenhaus.

Die Form macht den Unterschied

Grundlage für die Entwicklung dieses Knieimplantates bildete ein dreidimensionaler Knochenatlas von Dr. Mohamed Mahfouz, University of Tennessee (USA), der die anatomischen Besonderheiten des weiblichen Knies erstmals gesondert aufzeigt. Es ist an der Vorderseite des Oberschenkelknochens dünner, schmaler und sorgt für einen verbesserten Lauf der Kniescheibe.

Bildquelle: Zimmer Germany

  • Die Gelenkfläche des weiblichen Oberschenkelknochens ist schmaler und eher trapezförmig gebaut, während das männliche Knie tendenziell eine rechteckige Form besitzt.
  • Die Vorderseite des Oberschenkelknochens ist bei Frauen weniger ausgeprägt.
  • Auf Grund des oft breiteren weiblichen Beckens haben Frauen eine Tendenz zur X-Bein-Stellung. Dadurch wird auch die Führungslinie der Kniescheibe beeinflusst.

Neue Versorgungsmöglichkeit

„Der Großteil der Patientinnen macht gute Erfahrungen mit einem herkömmlichen Implantat. Bei einigen kann es jedoch zu Schmerzen oder einem Fremdkörpergefühl kommen“, stellt Priv.-Doz. Dr. med. Steffen fest. Das so genannte High Flex Knie bietet Herrn Dr. Steffen und seinem Team neben der herkömmlichen Auswahl an Knieimplantaten eine zusätzliche Alternative für Frauen. „Wir überprüfen bei jeder Patientin individuell die anatomischen Verhältnisse sowie das Krankheitsbild und entscheiden mit der Patientin, welche Lösung für sie die beste ist“, betont Steffen.

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