Knie- und Hüftoperation mit Navigation
Das Navigationssystem OrthoPilot® ermöglicht die perfekte Implantation des künstlichen Hüft- Kniegelenks. Es können mechanische Achsen und die Gelenkbeweglichkeit an Hüft- und Kniegelenk bestimmt und angezeigt werden.
Was ist OrthoPilot®?
OrthoPilot® ist ein computergestütztes Navigationssystem, das dem Arzt hilft, Operationen am Kniegelenk präzise und bei jedem Patienten mit gleich gutem Ergebnis durchzuführen. Anfangs mit Fördergeldern der EU wurde der OrthoPilot® von der Universität in Grenoble, Frankreich, in Zusammenarbeit mit AESCULAP® entwickelt.
Im Gegensatz zu einem Operationsroboter ist der OrthoPilot® ein reines Navigationssystem, ähnlich dem in einem Auto. Das heißt, er zeigt dem Operateur an, wo die für das Implantationsergebnis wichtige mechanische Beinachse verläuft. Die Angaben des OrthoPilot® helfen dem Arzt dabei, die optimale Position für das Implantat gemäß seiner Planung zu erreichen. Der Arzt hat während der Operation immer die Kontrolle über den Implantationsverlauf und kann gegebenenfalls jederzeit manuell fortfahren.
Die Navigation orthopädischer Eingriffe ist eine ausgereifte Technologie. Der OrthoPilot® wurde bereits erfolgreich bei über 20.000 Knieimplantationen und über 2.000 Hüftimplantationen eingesetzt und ist Standard in vielen Kliniken.
Welchen Nutzen bringt OrthoPilot®?
Eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis des Gelenkersatzes ist die korrekte Ausrichtung der Implantatkomponenten an zum Beispiel der mechanischen Beinachse. Diese Achse ist eine Gerade, die sich durch das Zentrum des Hüftkopfes und die Mitte des Sprunggelenks erstreckt. Wenn die Mitte des Knies nicht auf dieser Achse liegt, spricht man von einem X- bzw. O-Bein. Um eine solche Abweichung und damit den unerwünschten Abrieb der Prothese zu vermeiden, müssen die geschädigten Gelenkoberflächen sowohl des Ober- als auch des Unterschenkelknochens millimetergenau vorbereitet und das Implantat deckungsgleich eingesetzt werden. Die gleichmäßige Beanspruchung der Knieprothese wird durch die genaue Relation der Sägeschnitte zur mechanischen Beinachse erreicht. Das OrthoPilot®-Navigationssystem unterstützt den Operateur bei der genauen Ausrichtung der Implantatkomponenten und erhöht die Stabilität des Knies durch ein an die Bänderspannung angepasstes Implantat.
Das OrthoPilot®-Navigationssystem kommt im Gegensatz zu vielen anderen Systemen ganz ohne zusätzliche Voruntersuchungen des Patienten aus. Zusätzliche Strahlenbelastungen durch Röntgenbilder oder CT-Aufnahmen werden mit OrthoPilot® nicht benötigt.
Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand. Durch die absolute Genauigkeit dieser neuen Methode bei der Ausrichtung der Implantate wird die Voraussetzung für eine lange Lebensdauer des künstlichen Kniegelenks und eine gute Beinfunktion geschaffen. X- oder O-Beinstellungen werden korrigiert. Und dies ohne zusätzliche Strahlenbelastung.
Wie funktioniert OrthoPilot®?
Verschiedene Komponenten arbeiten beim OrthoPilot® zusammen, um die Navigation der Instrumente zu ermöglichen. Diese möchten wir hier kurz vorstellen und erklären:
Der OrthoPilot® ist eine Einheit, die aus einem Computer, dazugehörender Tastatur und Maus, einem Bildschirm, einer Kamera und Sendern besteht. Auf dieser Grundeinheit wird die Software für die Berechnung der Navigation verwendet, wobei unterschiedliche Software für verschiedene Operationen möglich sind.
Durch an den Instrumenten und am Becken befestigte Sender wird während der Operation ständig die Position der Instrumente ermittelt. Durch die unterschiedlichen Positionen der Sender kann die Software ein räumliches Bild berechnen. Im ersten Schritt wird das Becken ausgemessen und die anatomischen Achsen werden berechnet. Die Instrumentenposition wird dem Operateur auf dem Bildschirm in Relation zu den errechneten Achsen angezeigt. Dadurch wird eine genaue Positionierung des Kniegelenkimplantates ermöglicht.
Infrarotkamera:
Mittels Infrarotlicht ermittelt die Kamera die Position der Sender und des mobilen Tastinstruments. Infrarotlicht ist nicht gesundheitsschädlich, es wird auch in anderen Bereichen als Therapieform eingesetzt.
Sender:
Am Instrumentarium befestigt sendet er Infrarotlicht zur Kamera, woraus die Positionsdaten errechnet werden.
Mobiles Tastinstrument:
Das mobile Tastinstrument wirft von der Kamera ausgestrahltes Infrarotlicht zurück, woraus die Positionsdaten errechnet werden.
Der Operationsablauf mit OrthoPilot®?
Nach einem Hautschnitt von ca. 15 cm Länge wird die Muskulatur und Kniescheibe zur Seite geschoben und das Kniegelenk freigelegt. Reflektoren werden am Fuß, Ober- und Unterschenkel befestigt. Durch Bewegung des Beines werden die Gelenkmittelpunkte von Hüfte, Knie und Sprunggelenk berechnet. Die ideale Belastungsachse verläuft durch diese Punkte. Eine Kamera zeichnet die Bewegungen der Sender auf. Am Bildschirm wird dem Arzt die genaue Position der Sägeschablonen angezeigt und wann diese sich in der richtigen Stellung und im richtigen Winkel befinden. Ist so ein optimales Implantatbett geschaffen, wird die Gelenkprothese achsgerecht eingesetzt. Der Arzt kann das Implantationsergebnis nochmals anhand der Achsen nachprüfen.
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