Eine Besonderheit des Schultergelenks gegenüber anderen großen Gelenken ist es, dass die lange Bizepssehne durch das Gelenk verläuft. Die besondere Lage führt mitunter zu Störungen, welche vorrangig mit Instabilitäten im Bereich des Gleitlagers der Sehne einhergehen. 

Verschiedene Faktoren, wie Teilrisse der Rotatorenmanschette oder anlagebedingte Besonderheiten, können zu Beschwerden in diesem Bereich führen. 

Eine entsprechende fachärztliche Abklärung mit eingehender Diagnostik ist anzuraten. 

Bei dauerhaft erfolgloser nicht-operativer Therapie kann eine Schulterarthroskopie zunächst zur diagnostischen Abklärung und ggf. zur operativen Sanierung des Bizepssehnenproblems eingesetzt werden. Neben der Durchtrennung der Sehne (Tenotomie) kann auch eine Fixierung der Sehne in der Delle zwischen den beiden Knochenvorsprüngen am Oberarmkopf erfolgen (Tenodese). Meist sind diese Eingriffe komplett arthroskopisch durchführbar. 

Die Verweildauer im Krankenhaus beträgt in der Regel 1 bis 3 Tage. 

Die Nachbehandlung ist funktionell, es kann sofort mit Bewegungsübungen begonnen werden. Stärkere Belastungen des Bizepsmuskels (Oberarmbeuger) sollten für etwa 4 Wochen gemieden werden.

Schematische Darstellung der Bizepssehneninstabilität. In der oberen Abbildung ist ein intakter Halteapparat der Bizepssehne dargestellt, in der unteren liegt eine Zerreißung vor. Bei Abspreizbewegungen des Arms bewegt sich die Bizepssehne in ihrem Gleitlager, was Schmerzen verursachen kann.